Ein Gastbeitrag von Nadja Mönch – YogaLoveHeal
Kennst du das im Winter auch? Wenn die Schwere auf den Brustkorb drückt, der Himmel grau ist, emotionale Themen mit der dunklen Jahreszeit an die Oberfläche kommen. Leere, Lustlosigkeit und der Wunsch, sich einfach die Bettdecke über den Kopf zu ziehen, machen sich breit.
Damit bist du nicht alleine, ich kenne das auch – sehr gut sogar, und vielen anderen macht die Dunkelheit auch zu schaffen. Und weißt du, was mir dann hilft? Kräuter und ätherische Öle.
Ich finde es einfach so faszinierend, was möglich ist und wie wohltuend es für Körper, Geist und Seele sein kann auf allen Ebenen mit den Pflanzen zu arbeiten. Dann ist die Schwere nicht mehr so drückend, ich kann die muckelige Dunkelheit mit wärmendem Tee in ne Decke gekuschelt genießen und den Themen, die gesehen werden wollen, Raum geben.
Inhalt
Ich nehme dich jetzt mit auf eine kleine Reise durch die Welt der ätherischen Öle, die emotional unterstützen können und gebe dir zwei tolle DIY-Roller-Rezepte, die dich jetzt optimal seelisch und körperlich unterstützen können. Außerdem zeige ich dir fünf Wildkräuter, die jetzt noch sammeln kannst. Und drei super leckere und leicht nachkochbare Rezepte aus der wildgrünen Kräuterküche findest du am Ende des Artikels.
Ätherische Öle – Gesunde Duftanker aus der Pflanzenwelt
Ätherische Öle sind für mich Sonne, Ruhe und pure Gesundheit für Körper und Seele aus der Flasche. Sie sind so vielfältig und kraftvoll, nicht umsonst ist die Aromatherapie ein wichtiger Teil der Pflanzenheilkunde.
Hast du gewusst, dass sie innerhalb von 2 Sekunden wirken, weil es durch die Atemwege keine Sperre zum Gehirn gibt? Das heißt, es gibt kaum etwas das schneller wirkt.
Ein Beispiel: Du fährst mit dem Fahrrad an einer Bäckerei vorbei, der Geruch von frisch gebackenen Plätzchen steigt dir in die Nase und sofort siehst du dich fünf Jahre alt, neben deiner Oma in der Küche beim Plätzchenbacken stehen.
Jeder kennt diese Momente, in denen ein Duft plötzlich eine Stimmung auslöst, eine Erinnerung zurückbringt oder einfach gut tut. Genau aus diesem Grund arbeite ich so gerne mit ätherischen Ölen. Sie bestehen aus konzentrierten Pflanzenstoffen, die über Dampfdestillation gewonnen werden und eine erstaunliche Tiefe an Aromen besitzen.
Für die Herbst- und Winterzeit habe ich zwei einfache Mischungen vorbereitet, die du als Roll-On verwenden kannst. Sie lassen sich überall hin mitnehmen und im Alltag jederzeit anwenden. Viele Menschen tragen die Roll-Ons auf die Fußsohlen, an die Innenseiten der Handgelenke oder hinter die Ohren auf. Dort entfaltet sich der Duft besonders angenehm und bleibt nah genug, um ihn zwischendurch bewusst wahrzunehmen.
Manchmal reicht schon ein kurzes Schnuppern, um ein kleines Stück Ruhe, Energie oder Klarheit in den Tag zu holen. Genau dafür sind die Mischungen gedacht.
2 Rezepte für DIY Roll-Ons mit ätherischen Ölen
Für die Roll-Ons brauchst du ein Trägeröl (ich nehm ein reines Mandelöl in Bioqualität aus der Babyabteilung in der Drogerie), ein Roll-on Fläschen 10 ml und die ätherischen Öle. Achte auf eine gute, wirklich reine Qualität. Ich empfehle dir unbedingt Bioqualität zu kaufen, sonst können die Öle dich nicht gut unterstützen und es können Hautreizungen auftreten.
DIY Rezept 1 – Roller „Winterkraft“ (sanfte Begleitung fürs Immunsystem)
Du brauchst:
- 10 ml Mandelöl
- 2 Tropfen Ravintsara oder Eukalyptus
- 2 Tropfen Zitrone
- 1 Tropfen Zirbelkiefer
So geht’s:
Öle in einen 10-ml-Roller geben, gut schütteln.
Sanft auf Brustbein, Halsseiten oder Handgelenke auftragen.
Der Duft wirkt klar, frisch und stärkend, fokussierend – ideal für graue, kalte Tage.
Hinweis: Wenn du dir unsicher bist mit Unverträglichkeiten, mach dir einen Tropfen des Öls in die Ellbogenbeuge&warte eine Zeit ab. Passiert nichts, kannst du den Roll On bedenkenlos verwenden
DIY Rezept 2 – Roller „Licht der Seele“
Du brauchst:
- 10 ml Mandelöl
- 3 Tropfen Bergamotte
- 2 Tropfen Orange
- 1 Tropfen Lavendel
So geht’s:
Alle Öle in den Roller geben und vermischen.
Vor Gebrauch leicht schwenken.
Bergamotte ist das Öl der Selbstliebe, Orange wirkt entspannend und gleichzeitig beruhigend, Lavendel bringt einen Hauch Süden und rundet den Roll on für dein Stimmungshoch ab.
Hinweis: Zitrusöle wirken Photosensitiv. Deshalb den Roller nicht an Hautstellen mit direkter Sonne auftragen, sonst kannst du leicht Sonnenbrand bekommen.
Wildkräuter im Herbst und Winter
Viele glauben, dass im November nichts mehr zu finden ist, weil die meisten Pflanzen über der Erde verblassen. Das stimmt jedoch nicht. Auch wenn es oberirdisch ruhiger wirkt, passiert unter der Oberfläche eine Menge. Viele Arten lagern jetzt ihre wertvollen Stoffe in die Wurzel ein, und genau in dieser Phase lassen sie sich besonders gut ernten.
Der Löwenzahn ist ein gutes Beispiel. Seine Wurzel kann im Herbst ausgegraben, getrocknet und zu einem aromatischen Kaffeeersatz verarbeitet werden. Frisch geschnitten passt sie auch in Gemüsegerichte und liefert Bitterstoffe und Mineralstoffe, die gerade in der dunkleren Jahreszeit gut tun.
Gleichzeitig gibt es Pflanzen, die den Kälteeinbruch gelassen nehmen und weiterblühen, als würde der Frost sie nicht betreffen.
Wie das Gänseblümchen. Unbeirrbar ist diese kleine Blume ein ganzjähriger Lichtbringer für Körper und Seele, der für innere Stärke und Durchhaltevermögen steht. Sie erinnert dich daran, nach dunklen Phasen wieder aufzustehen und dass immer auch wieder Licht kommt.
Sie schmeckt auch jetzt immer noch im Salat, verschönert deine Gemüse oder lässt sich zu Tee und Gelee verarbeiten. Auch Schafgarbe, Brennnesselblätter und Klettenwurzel kannst du jetzt noch als Tee oder auf dem Teller genießen. Drei leckere Rezepte hab ich hier noch für dich.
3 leckere Rezepte mit Wildkräutern
Kraftvolle Energieballs mit Brennnesselsamen
Zutaten:
- 200 g Medjooldatteln
- 100 g Mandeln
- 1 El braunes Mandelmus oder Tahin
- 2 EL Kakao
- 1–2 TL Brennnesselsamen
- 1 EL Kokosöl
- Prise Salz
Zubereitung:
Alle Zutaten im Mixer zu einer gleichmäßigen, feinen Masse zerkleinern. Mit leicht angefeuchteten Händen kleine Kugeln formen und im Kühlschrank ca. eine halbe Stunde ganz fest werden lassen. Die Samen geben den Balls ein leicht nussiges Aroma und eine besondere geschmackliche Tiefe.
Pflanzenwissen:
Brennnesselsamen haben ca 30% Eiweiß, Eisen, Kalzium, Magnesium und Vitamine. Übrigens auch mehr Vitamin C als eine Zitrone: Hat eine Zitrone nur 50 mg pro 100ml, haben 100gr Brennnesselsamen 330mg Vitamin C.
Seelisch energetisch gelten die Brennnessel und ihre Samen in der Naturheilkunde als stärkend, kräftigend, entgiftend/reinigend und unterstützend um wieder auf die Beine zu kommen nach Krankheiten. Bei den Inhaltsstoffen kein Wunder oder?
Wurzelgemüse aus dem Ofen mit Wildkräuterdip an Rosmarinkartoffeln
Zutaten für 2 Personen:
- 2 große Möhren Möhren
- 1 Handvoll Klettenwurzel
- 1 Handvoll Topinambur
- 2 große Pastinake
- 4 große Kartoffeln
- Ölivenöl, Salz, Pfeffer, Rosmarin
- 250 g Kokosjoghurt
- Handvoll Vogelmiere, Gänseblümchenblätter und Schafgarbe
- Zitronensaft
- 1 Knoblauchzehe
- Salz & Pfeffer
Zubereitung:
Die Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden und zusammen mit dem Öl und Rosmarin in eine Schüssel geben und vermengen. Anschließend auf ein Backblech geben und bei 180 Grad Umluft ca. 30 – 40 Minuten im Ofen backen.
Währenddessen das Gemüse putzen, in Scheiben schneiden und ca. 20 Minuten in leicht gesalzenem Wasser bissfest kochen. Die Brühe in eine Tasse abgießen. Das Gemüse nun ebenfalls in eine Schüssel geben, mit etwas gutem Olivenöl vermengen und mit Salz, Pfeffer und frischer Petersilie abschmecken.
Für den Dip: Knoblauch klein schneiden, Kokosjoghurt und Zitronensaft vermengen, die kleingehackten Kräuter dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Tipp: Die Brühe nach dem Kochen nicht wegschütten, sondern einfach pur trinken. Sie schmeckt kräftig und bringt einiges an Nährstoffen mit.
Pflanzenwissen:
Wurzeln stehen energetisch für Erdung und Stabilität. Sie können dir ein Gefühl von Verbundenheit und Verwurzelung geben. Das Wurzelgemüse hat besonders viele Ballaststoffe (sehr gut für den Darm), Mineralstoffe und Vitamine.
Samtige Brennnesselcremesuppe – Wärme von Innen
Zutaten für 2 Personen:
- 4 Handvoll Brennnesselblätter
- 1 kleine Zwiebel
- 3 große Kartoffeln
- 4 EL Mandelcreme
- 1 EL Ölivenöl
- 500 ml Gemüsebrühe
- Muskat, Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Zwiebel würfeln und im Topf mit etwas Öl anschwitzen. Die Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden, zu der Zwiebel geben und rühren, bis alles ganz leicht braun ist. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und anschließend köcheln lassen bis die Kartoffeln weich sind.
Brennesselblätter dazugeben, verrühren und alles mit dem Pürierstab oder in der Küchenmaschine pürieren. Je nach Sämigkeitswunsch noch ein paar Minuten köcheln lassen, immer wieder umrühren.
Pflanzenwissen:
Die Brennnessel ist eine Pflanze der Klarheit und Standhaftigkeit.
Sie erinnert uns daran, Grenzen wahrzunehmen und gut für uns zu sorgen.
Fazit
Wildkräuter begleiten dich nicht nur durch die warmen Monate. Auch im Herbst und Winter lassen sich viele Pflanzen nutzen, selbst wenn sie oberirdisch schon zurückhaltender wirken. Wurzeln, späte Blätter oder einzelne Blüten liefern weiterhin feine Aromen und bringen gleichzeitig wertvolle Pflanzenstoffe mit, die traditionell für ihre wohltuenden Eigenschaften geschätzt werden. Wer aufmerksam sammelt und bewusst verarbeitet, findet selbst an dunkleren Tagen kleine Möglichkeiten, die Küche zu bereichern und den Winter ein Stück gesünder und genussvoller zu gestalten.
Wenn du noch tiefer in die Ganzheitlichkeit der Wildkräuter und ätherischer Öle eintauchen magst, lade ich dich herzlich zum Workshop „Seelenkräuter“ am 30.11.2025 ein. Schreib mir dazu gern eine Mail an nadjamoench@icloud.com
Mehr Infos findest du auch auf meiner Website: YogaLoveHeal


